Allgemeines Erscheinungsbild:

Der Landseer soll den Eindruck eines großen, starken, harmonisch gebauten Hundes erwecken. Er steht, besonders was den Rüden betrifft, auf höheren Läufen als der schwarze Neufundländer (http://www.fci.be/Nomenclature/Standards/226g02-de.pdf).

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Die Geschichte des Landseers:

Die Geschichte der Neufundländer und der Landseer ähneln sich. Der Landseer, so könnte es gewesen sein, stammt ebenfalls aus Neufundland, wahrscheinlich aber eher aus der westlich kleineren Inselgruppe "Saint Pierre et Miquelon". Es wurde überliefert, dass die etwas schlankeren Neufundlandhunde auf höheren Läufen aus "Saint Pierre et Miquelon" exportiert worden sein sollen. Wie es wirklich war, das kann heute mit Sicherheit niemand mehr sagen.

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Der Landseer Typ war in England als erstes verbreitet. Der schwarze Neufundländer kam erst später in Mode. Die großen, von Fischern mitgebrachten Schiffshunde, verbreiteten sich weitläufig in England. Die Geschichte des Landseers ist die Geschichte des Hundes aus Neufundland, der in England heimisch wurde, sich züchterisch zu einer Rasse formte und sich großer Beliebtheit erfreute. Man kann es auf zahlreichen Bildern des Malers Sir Edwin Landseer (1802-1873) sehen.

Als der schwarze Neufundländer nach 1870 mehr und mehr in Mode kam und dadurch auch den Namen Neufundländer für sich allein zu belegen begann, gab Dr. Gordon Stables, einer der bedeutendsten Kynologen seiner Zeit, dem großen weiß-schwarzen Hund aus Neufundland um 1880 den Namen des Malers, der diese Hunde so sehr geliebt und so oft dargestellt hatte. Zweck dieser Umbenennung von "Newfoundland Dog" zu "Landseer" war die klare Unterscheidung der Beiden.

Obwohl er durch die Gemälde berühmt geworden war, wurde der Landseer durch den schwarzen Neufundländer verdrängt und Anfang des 19. Jahrhunderts drohte ihm fast das Aussterben. Züchter und Kynologen aus der Schweiz, Holland und Deutschland führten die Wende herbei.

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Sie holten die letzten guten Tiere aus England und bauten damit um 1900 die kontinental-europäische Reinzucht der Landseer auf. Diese Pionierarbeit verdanken wir den Fortbestand des Landseers als eigenständige Rasse - seit 24.08.1960 unter FCI-Rassestandard Nr. 226

(https://nlcev.de/rassen/landseer-geschichte/)

Das Wesen:

Der Landseer ist ein menschenbezogener und freundlicher Hund, der im Gegensatz zum verwandten Neufundländer als temperamentvoller und aktiver gilt. Die Hunderasse verfügt über einen natürlichen Schutz- und Wachtrieb, weshalb der Landseer auch selbstständig und instinktiv reagiert.

Der Jagdtrieb ist beim Landseer weniger ausgeprägt. Eher das Gegenteil ist der Fall - der Landseer kann gut mit anderen Tieren vergesellschaftet werden.

Als gutmütiger und geduldiger Gefährte ist der Landseer ein echter Kinderfreund!

Verwendung, Ausbildung und Sport:

Der Landseer ist ein hervorragender Schwimmer und wird erfolgreich als Wasserrettungshund eingesetzt. Er nutzt jede Gelegenheit, um ins Wasser zu springen und um seinen natürlichen Drang nachzukommen. Die Rettungseigenschaft, jemanden aus dem Wasser zu ziehen, scheint ihm angeboren zu sein.

Auch an Land wird der Landseer als Rettungshund erfolgreich eingesetzt.

Wegen seiner Lernfreude und hohen Reizschwelle eignet sich der Landseer auch als Therapiehund, der im Umgang mit Menschen äußerst sensibel vorgeht.

Eine Ausbildung zum Begleithund ist wegen der Motivationsfähigkeit des Landseers durchaus zu empfehlen.

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Pflege eines Landseers:

Das lange und dichte Fell ist pflegeintensiv - es muss regelmäßig gekämmt werden. Im Sommer sollte der Landseer fast täglich mit einem Kamm speziell für die Unterwolle gebürstet werden.

 

Gesundheit und Lebenserwartung:

Wie auch bei anderen großen Hunderassen können Landseer unter Gelenkbeschwerden oder Problemen mit dem Bewegungsapparat leiden. Durch die verantwortungsvolle Zucht wird jedoch versucht, Dysplasien weitergehend einzuschränken.

Die Lebenserwartung des sonst so robusten Hundes liegt bei durchschnittlich zehn Jahren.

Haltung eines Landseers:

Der Landseer gehört nicht in einen Zwinger, sondern benötigt Familienanschluss! Auf Grund seiner imposanten Größe eignet er sich nicht zur Haltung in einer Etagenwohnung. Ein Haus mit Garten und eingezäuntem Grundstück kommt der Hunderasse entgegen.

(https://www.working-dog.com/race/Landseer-151)